Zeigt her Eure Bilder – Fotopodcast übers Geldverdienen mit dem Fotoarchiv

Fotostapel (Bild: sassi / Pixelio.de)Dank Digitalkameras sammeln sich immer mehr Fotos auf der Festplatte an. Nach einem Urlaub sind es schnell mal einige Hundert – pro Kamera. Mit der Zeit werden Tausende oder zehntausende Bilder. Nicht alle sind für die Öffentlichkeit bestimmt, aber bei manchen ist es schon schade, wenn nur Freunde, Familie und Kollegen die Bilder zu sehen bekommen.

Gleichzeitig kommt es immer wieder vor, dass man für eine Website, ein Blog oder einem Flyer ein Bild zur Illustration braucht. Da kann man Googles Bildersuche bemühen und sich eins der gefundenen Bilder „klauen“. Das kann gut gehen, kann aber auch teuer werden, wenn ein übereifriger Anwalt eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung schickt.

Markus Hein, ClipdealerWarum nicht also die Masse an existierenden Bildern mit dem Bedarf an Bildern zur Illustration verbinden?

Das machen Bildportale wie Pixelio.de oder Clipdealer.de: Dort kann man lizenfreie Bilder herunterladen und ist rechtlich auf der sicheren Seite. Bei Clipdealer gibt es neben Fotos auch Videofootage, Geräusche und lizenzfreie Musik. Geschäftsführer beider Firmen ist Markus Hein (siehe Bild rechts), den ich für „9×13“, den Markt-und-Technik-Fotopodcast interviewt habe. Das Interview ist in Folge 171 (MP3) zu hören.


Logos Pixelio Clipdealer
Pixelio versteht sich als eine Community. Bei Nennung des Fotografen kann man die dort eingestellten Bilder für redaktionelle Zwecke kostenlos nutzen, teilweise ist auch die kommerzielle Nutzung kostenlos.

Bei Clipdealer können die Fotografen mit ihren Bildern auch Geldverdienen – Redaktionen oder Website-Betreiber, die die Bilder nutzen wollen, müssen bezahlen.

Lizenfrei heißt nicht kostenlos

Warum die Bilder dennoch lizenzfrei sind, erklärt Markus Hein im Interview am Beispiel eines Hammers, den man im Baumarkt kauft: Würde man den Hammer, also das Foto, bei einer regulären Bildagentur erwerben, müsste man jedes Mal, wenn man einen Nagel einschlägt, also das Bild nutzt, dafür bezahlen. Der Preis richtet sich bei Zeitungen oder Magazinen auch nach der Höhe der Auflage.

Erwirbt man ein lizenzfreies Bild, zahlt man einmalig dafür, dass man das Bild bekommt und kann es dann beliebig oft nutzen. Entscheidend für den Preis ist lediglich die Qualität, in der man es braucht. Reicht eine geringe Auflösung fürs Internet, müssen nur rund 2 Euro bezahlt werden, braucht man das Bild in hoher Druckauflösung, sind etwa 20 Euro fällig. Hat eine Redaktion ein Bild einmal erworben, kann sie es sowohl im gedruckten Heft, als auch im Web nutzen. Und falls der Bedarf besteht, auch in einer späteren Ausgabe erneut. Um auf das Hammer-Beispiel zurückzukommen: Hat man den Hammer einmal gekauft, kann man damit so viele Nägel einschlagen, wie man will. Ausschlaggebend für den Preis ist nur, ob man einen billigen Hammer kauft, der bei zu starker Belastung auseinander fällt oder einen qualitativ hochwertigen, gut verarbeiteten Stahlhammer, der den Nagel auch in die härteste Wand bekommt.

Rechtlicher Rahmen – Nicht alles ist erlaubt

Im Interview erklärt Markus Hein auch, welche rechtlichen Dinge man klären muss, bevor man seine Bilder verkaufen kann: Bei Aufnahmen von Menschen braucht man das Einverständnis der abgebildeten Person, bei Grundstücken oder privaten Gebäuden das des Besitzers. Bei Straßenaufnahmen sollte man darauf achten, dass die Nummernschilder parkender Autos unkenntlich gemacht werden. Und manche Motive sind von Vornherein vom Verkauf ausgeschlossen: Entweder weil sie gegen geltende Gesetze verstoßen wie z.B. Bilder mit Hakenkreuzen oder ein Urheberrecht verletzen, was zum Beispiel bei Aufnahmen des ICEs oder des Eiffelturms bei Nacht der Fall ist.

Windräder (Bild: Norbert Weiß / pixelio.de)

Wirtschaftsthemen sind gefragt

Von den Einnahmen bekommen die Fotografen jeweils rund 50 Prozent. Wer besonders viele Bilder im Repertoire hat, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Bilder von ihm gekauft werden. Neben Saisonbildern zu Weihnachten oder Ostern sind vor allem Symbolbilder gefragt, die Wirtschafts- und Businessthemen illustrieren können. Auch Bilder zu Wellness- und Lifestylethemen und Sehenswüdigkeiten aus aller Welt werden gerne genommen. In letzter Zeit zeichnet sich ein weiterer Trend ab, verrät Markus Hein: Seitdem in Deutschland verstärkt über die Energiewende und erneuerbare Energien diskutiert wird, verkaufen sich auch Bilder von Windrädern und Solaranlagen bestens.

 


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