Meine Watchlist fürs Filmfest München 2010

Logo Filmfest München 2010
Vom 25. Juni bis zum 3. Juli 2010 fand das Filmfest München statt. Aus dem umfangreichen Programm hatte ich mir neun Filme rausgesucht, die ich mir anschauen wollte, für sieben hatte ich Karten, vier habe ich dann tatsächlich gesehen, weil ich kurzfristig an einem sehr spannenden BJV-Seminar zum Thema Live-Schaltgespräche auf Kloster Banz teilgenommen habe.


Die Hummel (Kinofilm, Deutschland, 2010)
Filmszene Die Hummel - Bild: Filmfest MünchenJürgen Tonkel als Vertreter für Kosmetikprodukte in der niederbayerischen Provinz. In finanzieller Not rekrutiert er alte Jugendfreundinnen als Vertreterinnen und verstrickt sich mehr und mehr in Unwahrheiten. Mit einer seiner Jugendlieben entwickelt sich auch noch eine Liebesbeziehung. „Die Hummel“ ist der erste Spielfilm von Nachwuchsautor und -regisseur Sebastian Stern und zugleich sein Abschlussfilm an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen. Gedreht wurde in seiner Geburtsstadt Deggendorf, wo sein Film durch zahlreiche Sachspenden für den Dreh unterstützt wurde. Mehr zum Film bei br-online.de und kino-zeit.de.

Szenebild Morgen das Leben - Bild: Filmfest MünchenMorgen das Leben (Kinofilm, Deutschland, 2010)
Ein dokumentarischer Spielfilm über Menschen, die vor dem Wechsel in die „Vierziger“ stehen und freiwillig oder nicht eine Art Doppelleben führen, in dem sie sich immer wieder neu erfinden wollen oder müssen. Der Film ist eine Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel im ZDF – wird also früher oder später am späten Montagabendabend im Zweiten zu sehen sein. Erste Informationen gibt es auf der Website zum Film sowie bei kino-zeit.de.

Videocracy PosterVideocracy (Dokumentation, DK / FI / GB / SE, 2009)
Silvio Berlusconi ist nicht nur italienischer Ministerpräsident, sondern auch Unternehmer und Medienmogul, der die Macht der Medien für sich und seine Politik zu nutzen weiß. Dass ein nicht unerheblicher Teil der Fernsehsender und Zeitungen Italiens ihm gehört ist dabei sicher kein Nachteil. Die Dokumentation des in Italien geborene Regisseurs Erik Gandini beleuchtet mit ironischer Distanz Berlusconis Medienvorherrschaft und dessen fein ausgeklügeltes Wechselspiel von TV-Unterhaltung und Politik. Informationen zum Film und ein Trailer finden sich auf der Website zum Film, einen Videobeitrag von AFP gibt es bei YouTube (leider ohne Möglichkeit zum Einbetten). Der ORF hat „Videocracy“ Anfang Juli auch im TV gezeigt, was ich leider zu spät gesehen udn somit verpasst habe.

The Myth of the American Sleepover (Independent-Kinofilm, USA, 2009)
Ein Coming-of-Age-Film über vier Teenager am letzten Abend der großen Ferien in der Vorstadt von Detroit. Der Film zeigt die Sorgen, Nöte und Gefühle der Jugendlichen beim Erwachsenwerden, auf der Suche nach Liebe und Abenteuer. Die meisten Akteure sind übrigens keine Schauspieler sondern einfache Highschool-Kids und standen für den Film zum ersten Mal vor der Kamera. Ein fünf-minütiges Video-Interview mit Regisseur Robert Mitchell gibt es bei filmmakermagazine.com, weitere Besprechungen bei hr-online.de und zitty.de.

Für diese Filme hatte ich Karten, konnte sie aber kurzfristig doch nicht sehen:

Die Frau des Schläfers - Bild Filmfest MünchenDie Frau des Schläfers (Fernsehfilm, Deutschland, 2009)
Yvonne Catterfeld spielt die deutsche Callcenter-Agentin Karla, deren muslimischer Mann Zaid mit dem gemeinsamen Sohn Hamy über Nacht in den Sudan verschwindet. Sie reist ihnen nach und findet mithilfe des BND heraus, das Zaid ein „Schläfer“ ist, der jahrelang in Deutschland lebte und unauffällig auf seinen „Auftrag“ wartete, der nun unmittelbar bevorsteht. Mit allen Mitteln und gegen jeden Rat versucht Karla ihrem Sohn nach Deutschland zurückzuholen. Ohne den Film, der übrigens für Sat.1 produziert wurde, gesehen zu haben, erinnert mich die Geschichte ein wenig an Nicht ohne meine Tochter – in der Version nach dem 11. September.

Mein Kampf (Kinofilm, DE / AT / CH, 2009)
Die Film-Adaption eines österreichischen Theaterstücks über die Wiener Jahre des jungen Adolf Hitlers. Der Film ist keine historische Rekonstruktion Hitlers Wiener Zeit, vielmehr die zeitlose Parabel vom Guten, das dem Bösen dient. In Österreich kam der Film Ende März 2010 ins Kino, einen regulären Kinostart für Deutschland gibt es bislang nicht. Bemerkenswert finde ich vor allem Tom Schilling als jungen Hitler. In vielen seiner bisherigen Filme hatte Tom Schilling oft die Rolle eines sympathischen Schwiergermutterlieblings, nun verkörpert er das hysterisch Böse , was schon im Trailer teilweise etwas verstörend wirkt.

Cleveland Versus Wall Street (Dokumentation, Frankreich / Schweiz, 2010)
Der Abschlussfilm des Filmfestes ist ein Dokumentarfilm in der Machart von Michael Moore. Es geht um eine Klage des Bürgermeisters von Cleveland, der 21 Banken für die Immobilienkrise verantwortlich machen will, die die zweitgrößte Stadt in Ohio an den Rand des Ruins getrieben hat. Die Anwälte der Banken haben die Klage im Vorfeld abgewehrt, so dass ein Prozess nie stattfand. Auf der Leinwand wird er in „Cleveland vs Wall Street“ nachgeholt – mit echten Richtern, Anwälten, Geschworenen und Zeugen.


Trailer IITrailer III

Zuletzt noch der Hinweis auf zwei interessante Filme, die ich mir gerne angesehen hätte, was aus terminlichen Gründen aber von vorherein nicht möglich war.

2030 – Aufstand der Jungen (Doku-Fiction, Deutschland, 2010)
Das ist der Nachfolger des ZDF-Dreiteilers „2030 – Aufstand der Alten(Trailer), der 2007 eine erschreckende Vision des zukünftigen Leben in einer überalterten Gesellschaft zeigte. Wieder steht TV-Journalistin Lena Bach im Zentrum des Geschehens, die auf ein mysteriöses Labyrinth aus Vertuschung, Verschweigen und schamhaftem Abtauchen in eine Parallelgesellschaft stößt, in der sich die Opfer einer Zwei-Klassen-Medizin auf eigene Faust zu ihrem Recht verhelfen. Ein paar erste Infos zum Film gibt es bei der Produktionsfirma, wann der Film im ZDF zu sehen sein wird, ist unklar.

Me and Orson Welles (Kinofilm, GB/USA, 2008)
Der 17-jährige Richard Samuels träumt von einer Karriere am Broadway und landet eher zufällig in der Produktion von Shakespeares „Julius Caesar“, wo niemand geringerer als der genialische Orson Welles Regie führt. In der Hauptrolle agiert Teeniestar Zac Efron, der erstmals (der Film ist von 2008) beweisen muss, dass er auch außerhalb seiner Highschool-Musical-Paraderolle als Troy Bolton als Schauspieler was drauf hat. Einen Termin für einen regulären Kinostart in Deutschland gibt es nicht, bei Amazon UK oder Tesco lässt sich „Me and Orson Welles“ jedoch als DVD nach Deutschland bestellen. (Mein Versuch, die DVD bei Tesco zu bestellen scheiterte, weil ich keine UK-Lieferadresse habe und Test nicht ins Ausland verschickt.)

Ein paar Anmerkungen zu den Filmen, die ich mir beim Filmfest München 2009 angesehen habe, finden sich hier.

 


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