Kerners Zauberkasten

Kerner und ZauberhutIn der Tiefe der Nacht haben sich bei Johannes B. Kerner gestern magische Dinge abgespielt – ganz gewollt: Er hatte zum Gipfeltreffen der Illusionisten geladen.

Magier Hans Klok, Gedankenleser Jan Becker, Zauberkünstler Thimon von Berlepsch, Mentalist Farid und Entertainment-Extremist Konrad Stöckel verblüfften und beeindruckten mit Ihren Tricks die Zuschauer im Studio und vor dem Fernseher. Und immer wieder stellte sich die Frage „Wie macht der das?“.

In der ZDF-Mediathek gibt’s die komplette Sendung zum nachträglichen Anschauen.

Einen ganz besonderen Trick spart sich Johannes B. Kerner übrigens noch auf: Zum 1. Oktober lässt er sich selber verschwinden – aus dem ZDF-Programm.

 


Ein Kommentar


  1. Wenn Farid in irgendwelchen eigenen Shows sich präsentiert habe ich nichts dagegen. Wenn er aber die Hilfe mehr oder minder reputierter Leute wie Kerner ausnutzt, um das Publikum zu hintergehen, dann ist die Ethik der Zauberer doch endlich mal wieder gefragt.

    Dass ein Magier täuschen muss, ist gar keine Frage, das ist ja sein Job. Aber Lügen gehört meines Wissens nicht dazu. Denn auf der Behauptung, die Frau im Publikum würde ihn nicht kennen, baut ja der ganze „Trick“ (von Betrug will ich nicht unbedingt reden) auf.

    Der „Trick“ ist absolut banal.
    Die Zahlen, die Kerner aufgeschrieben hat, hatten nie eine Bedeutung. Wichtig war nur, dass die Zuschauer sehen, dass Kerner (als vertrauenswürdige Person) mitmacht. Niemand realisiert am Ende des Tricks wirklich, dass Kerner überhaupt nichts dazu beigetragen hat. Die Person Kerner war nur aus psychologischen Gründen wichtig!

    Lediglich die Zahl auf dem Geldschein hatte eine Bedeutung.Und den hatte Farid mitgebracht. Das heißt, alles was nachher passierte, stand schon vorher fest, denn der Schein wurde ja definitiv nicht getauscht (es brächte ja auch nichts, schnell einen „passenden“ Schein herzubringen, nachdem man die Zahlen gehört hat, da müßte man ja Millionen von Scheinen in der Hosentasche haben). Also sind diese 3 Leute Schauspieler, die zum Trick dazugehören.
    Dies merkt man übrigens auch an der vollkommen unbeholfenen und begriffsstutzigen Art, wie diese Leute ihre Aufgaben erfüllten. Die erste brauchte bald 5 Minuten, um auf eine beliebige Zuschauerin zu zeigen und die Telefodame brauchte fast eine halbe Stunde um 4 Ziffern zu nennen und tat sich unendlich schwer dabei. Und das gleich zweimal hintereinander. Und dann natürlich die absolut obligatorische Aussage in solchen Shows: „Ja eigentlich wollte ich zuerst was anderes aufschreiben“, nachdem der andere seine Aussage nochmal korrigiert hatte. Diese Sprüche sind inzwischen so plump, dass sie schon nerven. Und mit der Hilflosigkeit, eine 4-stellige Zahl zu nennen, will man „beweisen“, dass es ganz normale Menschen sind und die Sache nicht auswendig gelernt klingt. (Weil was spontan gesagt wird, muss ja auswendig gelernt sein). Mein Gott, wie dämlich ist die Welt?

    Teil 1 meines Beweises:
    Wenn Farid Gedanken lesen oder suggerieren könnte, warum dann nicht wirklich mit Kerner????? Warum mit einer uns allen unbekannten Frau am Telefon?

    Und der Oberhammer: Schaut mal die Anrufliste am Handy an, die wird für 2 Sekunden gezeigt. Ich habe schon viele Anruflisten vieler Leute gesehen, aber noch niemals so eine tolle saubere, deswegen wurde ich stutzig.
    a) Vier Namen stehen in der Anruflste, fein säuberlich. keine Abkürzung, keine Firma, keine Stauinfo, alles weibliche kurze Vornamen, die gerade genau auf das Display passen: Chaty, Susi, Antonella, Heidi. Keine selbst gewählte Nummer, alles Namen aus dem Speicher. Wenn ich als Zuschauer in eine TV-Show gehe, dann sind doch meine letzten 4 Anrufe nicht alles Leute die ich kenne. Da habe ich doch bestimmt im Hotel oder ein Taxi angerufen. Oder meinen eigenen AB abgefragt. Und eine Frau (in diesem Alter) hätte vor der Show mit Sicherheit noch Ihre Mama angerufen.
    OK, nur ein Indiz.

    b) Die 4 Anrufe erfolgten um 20:31, 20:33, 20:38 und 20:57
    Welche Frau geht in eine TV-Show und ruft vorher von 20:31 bis 20:38 drei Freundinnnen an und hat dabei (in der kurzen Zeit) kaum was zu erzählen? Das ist unmöglich.
    OK, wieder nur ein Indiz.

    Aber jetzt Teil 2 des eigentlichen Beweises:

    c) An welchem Datum war die Kerner-Show? Nun die war am 26.5. um 23 Uhr. Und sie war definitiv live. Das kann sogar jeder selbst nachprüfen, denn die Show fing verspätet an und beim ersten Trick zu Beginn der Sendung wurde die Uhrzeit gezeigt, und die stimmte auf die Sekunde genau. Bei einer Aufzeichnung hätte man diese Verschiebung keinesfalls vorhersehen können.
    Und nun schauen wir nochmal die Anrufliste an. Alle 4 Anrufe fanden nicht 2 Stunden vor der Show, sondern 1 Tag und 2 Stunden vor der Show statt. Dies verrät das Datum neben den Namen: 25.5., die Show war aber am 26.5.
    Falls wer einwenden will, Farid hätte doch selbst gesagt, dass er nach unten scrollt, also waren das gar nicht die allerletzten Anrufe: Ja, Farid hat das gesagt, aber hier eben auch gelogen. Wie am Scrollbalken im Display sichtbar: der steht ganz oben, also waren diese 4 Namen die aktuellsten, die angerufen wurden! Neuere gibt es nicht in dieser Liste.
    Das heißt, die letzten 4 Anrufe, die alle innerhalb einer knappen halben Stunde geführt wurden, wurden nicht unmittelbar vor der Show geführt (was mit Hängen und Würgen noch halbwegs nachvollziehbar wäre), die wurden einen ganzen Tag vor der Show geführt. 4 Anrufe in 30 Minuten und dann hat diese Frau fast 27 Stunden lang keinen einzigen Menschen angerufen? Die Frau gibt es nicht!

    Wie hat es sich nun zugetragen? Hier die Lösung:
    Am Tag vor der Show, also am 25.5. hatten Farid und Kollegen die Generalprobe abgehalten. Dazu hatten sie die Telefonliste entsprechend präpariert. 4 verschiedene Namen, wahrscheinlich alle mit der gleichen Rufnummer, so brauchte man sich keine Sorgen zu machen, wen man anruft, es wird immer das gleiche Telefon klingeln. Für die Probe hatte man alles präpariert, dazu wählte man innerhalb 7 Minuten die Chaty, die Heidi, die Antonella und die Susi an, damit was unverfängliches im Display steht. Dann begann die Probe. Nach rund 20 Minuten (um 20:57) war der Anruf fällig, die unterste in der Liste war Chaty, die durch diesen Anruf nach ganz oben in der Liste wanderte. Damit wird der merkwürdige 20-Minuten-Abstand zum vorletzten Anruf erklärbar.
    Die Probe verlief (natürlich) erfolgreich. Das Handy wurde danach ausgeschaltet, damit nicht doch irgendjemand eine Nummer wählt und so die schöne Liste verunstaltet würde. Dies erklärt nebenbei auch Kerners Aussage, es stünde was von zwei verpassten Anrufen im Display – ich wunderte mich schon, wer nach 23 Uhr (denn das Handys wurde logischerweise erst zu Beginn der Show ausgeschaltet) nicht nur einen, sondern gar zwei Anrufe bekommt. Um diese Zeit müßte es ein guter Freund sein – und der wüßte vermutlich auch, dass sie in der Show ist, er wird also nicht anrufen.
    Aber wenn natürlich das Handy 24 Stunden lang ausgeschaltet war, warum sollten da nicht verpasste Anrufe gekommen sein?
    Dann bei Kerner mußte man (eben 24 Stunden später) nichts anderes tun als das Telefon in der Show einzuschalten und eine der Nummern aus der Anruferliste zu wählen, die man gern kurz in die Kamera zeigte als „Beweis“, dass das alles ganz normale Leute sind.

    Ich habe nichts gegen schöne Zaubertricks. Aber wenn man es so übertreibt und wirklich unmögliches zeigen will, dabei aber lügt (er behauptete ja, wie die „Zuschauerin“, dass sie sich nie zu vor gesehen hätten), dann disqualifiziert man sich selbst. So was muß nicht sein.

    Der Dicke mit seinen Luftballons, wirklich klasse. Oder der Holländer, auch wenn jeder sehen konnte, wie es funktioniert, aber es gehört viel Übung dazu, viel Engagement, um so etwas zu machen. Und das ist die anzuerkennende Leistung. Farid hat nichts geleistet, außer drei Frauen zu überreden, in der Show etwas auswendig gelerntes zu sagen. das war alles.

Kommentar schreiben