Kaiserschmarn und Schmäh – Bully präsentiert „Lissi und der wilde Kaiser“

Drei Jahre mussten Bully-Fans auf einen neuen Film warten. Mit „Lissi und der wilde Kaiser“ wird die Triologie der Bullyparade nun vollendet. Am 01. Oktober hat Michael Bully Herbig seinen neuen Film der Presse in München vorgestellt.



Im Film wird Lissi beim Turteln mit Kaiser Franz vom Yeti entführt, der dem Teufel die schönste Frau der Welt bringen soll. Es beginnt eine Verfolgungsjagd durchs ganze Kaiserreich bis ins benachbarte Bayern. Natürlich gibt es zum Schluss ein Happy End und Lissi schließt mit dem Yeti Freundschaft.

Aber warum eigentlich Lissi und nicht Sissi? Für Bully ist klar, Lissi ist die einzig historisch korrekte Version. Kaiserin Elisabeth unterschrieb immer mit Lissi, jedoch war das „L“ so kunstvoll geschwungen, dass jeder es für ein „S“ hielt, erklärt der selbsternannte Hobbvy-Graphologe, der mit seinem Film zugleich diesen schwerwiegenden Irrtum aus der Welt räumen will.

Anders als „Der Schuh des Manitu“ und „Traumschiff Surprise“ ist „Lissi“ ein Animationsfilm. Die Idee für einen Animationsfilm hatte Bully schon im Alter von 10 Jahren. Nachdem er aber feststellen musste, dass er für eine Sekunde Film 24 Bilder zeichnen muss und ihm zudem die Buntstifte ausgingen, hat er das Projekt für ca. 30 Jahre auf Eis gelegt, erzählt er.

Einen Animationsfilm zu machen, sei wesentlich einsamer als einen Realfilm mit Schauspielern zu drehen, berichtet Bully.

Außerdem erfordert es wesentlich mehr Geduld, da man das Ergebnis der Arbeit erst Monate später zu sehen bekommt, wogegen man bei einem Realfilm schon am nächsten Tag erste Muster der Aufnahmen sehen kann.
Dennoch habe ein Animationsfilm auch seinen Reiz, da er Szenen ermöglicht, die im Realfilm nur schwer oder gar nicht möglich wären. Doch zuviel Euphorie kann bei Animationsfilmen schnell sehr teuer werden, selbst bei scheinbar banalen Kleinigkeiten. So durfte keine Figur in die Tasche greifen oder sich die Haare kämmen, da das Animieren solcher Details sehr aufwändig ist.

Womöglich aus Kostengründen (das Budget des Films beträgt ein Zehntel vergleichbarer Hollywood-Produktionen, „nicht mehr als 12 Millionen“) haben sowohl Bully, als auch seine aus der Bullyparade bekannten Mitstreiter Rick Kavanian und Christian Tramnitz gleich mehrere Rollen gesprochen. Das Besondere dabei war, dass die Sprecher die Figurren nicht bloß synchronisiert, sondern die Rollen in einem extra großen Tonstudio gespielt haben und auf Grundlage der Spielszenen wurden die Figuren dann animiert.

Und die Animation ist gelungen! Zeitweise vergisst man sogar, dass es sich um einen Animationsfilm handelt. Allen Figuren hat das Animationsteam Leben und Charakter eingehaucht. Sei es dem aus der Bullyparade bekannten Paar Lissi und Franz, dem ehrfürchtigen Feldmarschall, den Grantlern Ignaz und Schwaiger oder dem dauerdepressiven König Bussi von Bayern, eine Anspielung auf Ludwig II. Den Teufel und sein Echo spricht das Comedy-Duo Badesalz („Der Teufel ist Hesse“) und der Yeti habe gewisse Ähnlichkeit mit SPD-Chef Kurt Beck, erklärte Bully unter großen Gelächter bei der Pressekonferenz.

Insgesamt ist „Lissi und er wilde Kaiser“ ein sehr gelungener Film, der alle Erwartungen mehr als erfüllt und für einen unterhaltsamen und umsatzstarken Kino-Herbst sorgen dürfte. Der Film ist rasant und actiongeladen und sprießt nur so vor Gags und Pointen, Wortwitz und Anspielungen. Da sich die besten Gags teilweise im Detail verstecken (z.B. der mehrfache Hinweis „Hier könnte Ihre Werbung stehen“), muss man schon sehr genau aufpassen, um alles mitzubekommen. Mehr will ich noch nicht verraten. Ab dem 25. Oktober läuft der Film im Kino an. Weitere Berichte und Filmkritiken gibt es bei sueddeutsche.de und Yahoo! (von AP).

 


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