post Ein völlig unrepräsentativer und subjektiver CeBIT-Rückblick


CeBIT-LogoZum ersten Mal seit 2006 war ich am Donnerstag auf der CeBIT. Ein bislang ungenutztes Bahnticket von Lidl bot die Möglichkeit zum Tagesausflug von München nach Hannover.


Da ich außer einen Interviewtermin für den 9×13-Fotopodcast keine weiteren Verpflichtungen oder konkreten Aufträge hatte, konnte ich den Tag nutzen, um ganz ungezwungen und ohne Stress durch die Messehallen zu laufen und mir die Neuheiten anzuschauen.


Im Folgenden nun ein völlig unrepräsentativer und subjektiver CeBIT-Rückblick, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.


Gleich im Skywalk, auf dem Weg vom Messebahnhof zum West-Eingang, warb die Telekom mit “nerdigen” Plakaten und dem Motto “Es ist viel passiert.


Telekom-PlakatTelekom-Plakat2


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post Kaufen um zu sparen: Die Invasion der Gutschein-Verkäufer im Internet und im Radio


Im deutschen Internet grassiert ein Trend für alle Schnäppchen-Jäger: Die Invasion der Groupon-Klone.


Groupon logo

Groupon ist der Name eines Web-Unternehmens aus den USA, ein Kunstwort aus Group und Coupon. Und das beschreibt schon, was Groupon macht: Einer Gruppe (Group) werden Gutscheine (Coupons) verkauft. Das können Gutscheine für Restaurants oder Bars sein, für Kinos und Theater, Wellness-Behandlungen, Friseurbesuche oder andere Dienstleistungen.


Groupon - Noch 5 Käufer nötig
Das Reizvolle daran: Für den Gutschein bezahlt man deutlich weniger als den eigentlichen Wert, Rabatte von 50 Prozent oder mehr sind die Regel. So kostet z.B. ein Restaurantgutschein im Wert von 50 Euro oder Dollar nur 25. Durch den Gruppenkauf bekommt man also eine Art Mengenrabatt gewährt.


Der Deal kommt aber nur zustande, wenn sich eine Mindestzahl an Käufern findet. Ansonsten findet der Deal nicht statt und keiner bekommt einen Gutschein. Außerdem läuft jeder Verkauf nur über einen begrenzten Zeitraum, in der Regel einen Tag. Und auch die Zahl der Gutscheine ist insgesamt limitiert.Ameise Letsbuyit.com


Gab es nicht schon einmal? Richtig: Vor gut zehn Jahren hat Letsbuyit.com das Prinzip des Group-Shoppings salonfähig gemacht. Bis dann das große DotCom-Sterben kam und die Web-Blase geplatzt ist. Über Letsbuyit.com habe ich bei update2.de vor rund einem Jahr mal was geschrieben. Entscheidender Unterschied ist nun jedoch, dass keine Produkte, sondern Gutscheine lokaler Anbieter verkauft werden.


 

Groupon-AnbieterSoweit die Theorie. Natürlich bleibt dieser Trend nicht auf die USA beschränkt. In den vergangenen Wochen schossen die deutschen Groupon-Klone wie Pilze aus dem Boden.


Ende 2009 starteten mit dem Münchner Start-up Heimatpreis sowie DailyDeal und CityDeal (ehemals mycitydeal) aus Berlin die ersten Ableger. Während Heimatpreis bislang nur in München agiert, bieten DailyDeal und CityDeal mittlerweile Gutscheine für alle größeren Städten Deutschlands.


Der Dienst CoupoMania aus Hamburg, der ebenfalls bereits im Dezember startete, hat seinen Dienst inzwischen schon wieder eingestellt. Der Groupon-Klon Teambon aus Augsburg wurde von DailyDeal geschluckt. Doch längst sind mit CooleD€als aus München und Reduti aus Berlin sowie den bislang nur lokal agierenden Diensten PromoZebra (München) und DealTicket (Berlin und Hannover) weitere Anbieter nachgewachsen. Und es werden sicher nicht die letzten sein.


Citydeal Twitter ScreenhsotUnd um bei all den Angeboten den Überblick zu behalten, gibt es mit tagesangebote.de und dem Groupon-Ableger von sparwelt.de bereits Aggregatoren, die alle Angebot nach Städten geordnet auflisten. Außerdem sind die Groupon-Anbieter meist selber mit eigenen Gruppen bei Facebook, StudiVZ oder den Lokalisten vertreten und informieren auch via Twitter über ihre Angebote, teilweise sogar mit lokalen Accounts. Über Twitter oder Facebook werden auch Spezial-Aktionen angeboten, die es direkt auf der Website nicht gibt. CityDeal zum Beispiel hatte heute Kino-Gutscheine im Wert von 10 Euro zum Preis von 1 Euro im Angebot - wenn auch nur für Neukunden.


Der Markt ist umkämpft und wird sicher noch das eine oder andere Opfer fordern. Investor und Business-Angel Lukasz Gadowski rechnet damit, dass letztendlich fünf bis zehn Anbieter überleben werden, von denen aber nur zwei bis drei die Kraft haben, bundesweit zu agieren.Radiogutscheine


Aber nicht nur online werden Gutscheine zum Schnäppchenpreis an den Kunden gebracht, sondern auch mehr und mehr übers Radio. Vorreiter dabei ist die Regensburger Firma Coupon Future, die Radiosendern offeriert, mit dem On-Air-Vertrieb von Gutscheinen nicht verkaufte Werbezeit zu füllen und neue Werbekunden zu erschließen.


Charivari RadiospecialsÜber das Portal radio-gutscheine.de vermarktet zum Beispiel Radio Arabella München Restaurantgutscheine, Wellness-Angebote und Ski-Pässe zum Schnäppchenpreis. Und auch Top FM aus Fürstenfeldbruck verkauft auf diese Weise lokale Gastro-Angebote im Wert von 50 Euro zum Preis von 25 Euro.


95,5 Charivari aus München bewirbt und verkauft Restaurant-Gutscheine in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Radiospecials und die Bayernwelle Südost spielt das gleiche Spiel - offenbar mit einer eigenen Lösung im Hintergrund.


Ob nun online oder via Radio: Für die Kunden und die Anbieter der Gutscheine, sowie die Vermittler sind die Deals auf jeden Fall ein Win-Win-Geschäft: Der Kunde spart Geld und kann sich über ein Schnäppchen freuen - der Händler, Wirt oder Dienstleister erreicht neue Kunden, die sich sonst womöglich nie zu ihm verirrt hätten, behält dabei aber die Kontrolle über den Mengenrabatt, weil der Deal ja erst zustande kommt, wenn es genügend Interessenten gibt. Und die Vermittler bzw. Radiosender kassieren Provisionen.


Und weil die meisten Menschen Schnäppchenjäger sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass viele Kunden bei einem Angebot zuschlagen - nicht weil sie es brauchen oder sonst auch gekauft hätten, sondern weil es einfach im Angebot ist. Ganz ähnlich also wie bei den Marktplatz-Artikeln (Teelichter!) bei Ikea oder den wöchentlichen Nonfood-Aktionsangeboten bei Aldi, Lidl, Norma und Co.


Ach ja, auch ich habe bereits bei einem Schnäppchen zugeschlagen: Bei cooledeals.de gab es Cinemaxx-Kino-Gutscheine für 5 Euro pro Ticket. Egal welcher Tag, egal welcher Platz, fast egal welcher Film (außer 3D). Und auch beim o.g. Kino-Angebot für 1 Euro habe ich ernut zugeschlagen. Da kann man nicht so viel falsch machen, dachte ich. Ins Kino gehe ich schließlich immer mal wieder. Und wenn ich dabei auch noch etwas sparen kann, dann erst recht gerne.

post TV-Show-Tour Köln: Zu Besuch bei Raab, Jauch und Schmidt.


Manche mögen unter Urlaub etwas anderes verstehen. Für meinen Freund und Kollegen Dominik Kollmann und mich war es eine lang gehegte Idee, die wir in der vergangenen Woche nach ausgiebiger Planung endlich in die Tat umgesetzt haben: Eine Tour hinter die Kulissen deutscher TV-Shows. Und weil in München verhältnismäßig wenig Sendungen mit Publikum produziert werden, führte uns der Weg in Deutschlands TV-Hauptstadt Köln.


Logos Unser Star für Oslo - SternTV - Harald Schmidt


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post Money Music 2010 - Die Tracklist der Steuersünder-CD


In den vergangenen Tagen ist überall von Steuersünder-CDs zu hören, die zum Kauf angeboten werden. Aber was ist auf diesen CDs eigentlich für Musik drauf? Hier ist die Tracklist:


Cover Money Music 2010


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post Die NDR-Exklusiv-Recherchen, die gar keine sind


Der NDR unterhält seit 2005 einen investigativen Reporterpool, der beim Nachrichtenradio NDR Info angesiedelt ist. Immer wieder decken die Hörfunkreporter Skandale auf: Sei es eine schwere Datenpannen beim Finanzdienstleister AWD, der Schwarzmarkthandel mit Bundeswehrpistolen in Afghanistan oder hochriskante Wertpapiertransaktionen des HSH-Nordbank-Chefs Dirk Jens Nonnenmacher. Eine Arbeit, für die die Redaktion zuletzt Ende 2009 den “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen” der Journalistenvereinigung netzwerk recherche erhielt. Interessante Portraits der Redaktion gibt es u.a. bei der Bundeszentrale für politische Bildung und beim NDR-Medienmagazin “Zapp”.


Nun gibt sich auch das NDR-Regionalmagazin “Niedersachsen 19.30″ investigativ und präsentierte heute zuerst per Vorabmeldung und dann später in seiner Sendung folgende, vermeintlich exklusive Geschichte:
Kommerziell und privat genutzte Funk-Überwachungskameras weisen nach Recherchen der NDR Fernsehsendung “Niedersachsen 19.30 das Magazin” und der ARD Tagesthemen massive Sicherheitslücken auf. Diese bundesweit zigtausendfach eingesetzten Kameras können ohne größeren technischen Aufwand unbemerkt von Dritten angezapft werden. […] Die so übermittelten Daten können mit Hilfe frei im Handel erhältlicher Funkempfänger von unbefugten Dritten unbemerkt aufgezeichnet und verbreitet werden.[…]
Grund für das Datenleck ist nach Informationen von “Niedersachsen 19.30 das Magazin” und der ARD Tagesthemen die von den Kameras genutzte Funkfrequenz, die frei zugänglich ist und nicht verschlüsselt werden kann.
Auf der Website des NDR gibt es den Beitrag auch als Online-Video zum Anschauen. In der 18.00-Uhr-Ausgabe der Sendung, die in der NDR-Mediathek abrufbar ist, berichtete die Redakteurin zudem, wie sie auf das Datenleck aufmerksam geworden ist. Und auch die Tagesthemen haben das Thema aufgegriffen.


Durchaus beunruhigend und berichtenswert! Aber wirklich neu?


Genau diese Geschichte habe ich nämlich bereits vor einer Woche, am 20.01.2010, bei der CeBIT-PreView in München gehört. Bei der Neuheiten-Vorschau für die Presse beeindruckte “Berufshacker” Sebastian Schreiber von der Tübinger SySS GmbH, der sich selber lieber IT-Penetrationsexperte nennt, mit einer Live-Hacking-Demo.


Er führte vor, wie sich in Online-Shops Preise ändern lassen, wie man sich in Browserspielen auf Platz 1 der Bestenliste befördert oder auch verschlüsselte USB-Sticks gelesen werden können. Und einer seiner “Tricks” war… genau: Die Geschichte mit den abhörbaren Überwachungskameras.


Im Auftrag des PreView-Veranstalters habe ich einen Video-Mitschnitt von Sebastian Schreibers Vorführung gemacht und die betreffende Szene nun aus aktuellem Anlass noch einmal herausgestellt:


Diesen “Trick” hat Sebastian Schreiber auch schon etwas länger im Repertoire, offenbar hat er auf Sicherheitslücken bei Funk-Überwachungskameras bereits bei der Systems 2007 aufmerksam gemacht, womöglich auch schon noch früher. Und mit Sicherheit ist auch er nicht der einzige IT-Experte, der von diesen Problemen weiß.


Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich halte es für richtig und wichtig, dass über solche Sicherheitslücken berichtet wird.


Dass der NDR nun aber so tun, als sei das etwas Brandneues, das man exklusiv recherchiert hat, hat doch zumindest einen faden Beigeschmack.

post Die liegengebliebenen Blog-Themen 2009


Auch wenn das neue Jahr schon ein paar Tage alt ist, noch ein Rückblick auf 2009: Im Laufe des Jahres haben sich nämlich eine Reihe von Themen angesammelt, über die ich eigentlich mal was schreiben wollte, die Links dazu auch schon als Entwurf im Blog abgelegt hatte, es dann aus Zeitgründen aber doch nicht geschafft habe.


CD-Cover Ausländisch für NotfälleZum Beispiel war mir im Buchladen das Buch Ausländisch für Notfälle aufgefallen.

Der humoristische Reiseführer mit dem Untertitel “Ein Sprachführer für Paranoiker” bietet womöglich lebensrettende Ratschläge, sollte man in Schweden von einem Elch verfolgt werden, in Süditalien ins Fadenkreuz der Mafia geraten oder plötzlich eine Notamputation vornehmen müssen. Auch hilfreiche Formulierungen wie “Mit welcher Froschart haben Sie doch gleich den Pfeil bestrichen, der in meiner Wade steckt?” oder “Ich habe nie behauptet, alle Stierkämpfer seien schwul, nur weil sie rosa Strümpfe tragen!” werden in die jeweiligen Landessprachen übersetzt.

Das Buch bietet zahlreiche witzige Illustrationen (ein paar davon bei welt.de), die Hörbuch-Version ist ein wahrer Ohrenschmaus, da sie von den SWR3-Spaßvögeln Zeus & Wirbitzky gesprochen wird.

SWR3 Filosofie

Ebenfalls von SWR stammt die “Barsch’sche Filosofie” - das sind kleine, witzige Weisheiten und philosophische Alltagsfragen, die Marcus Barsch in der Nachtsendung SWR3 Luna sammelt. Zum Beispiel “Warum verabschiedet der Bundestag ständig neue Gesetze, die er gar nicht begrüßt hat?” oder “Heißt der Gehilfe des Schönheits­chirurgen Liftboy?“.


Eine witzige Anleitung zu Google Maps hat ein Nutzer namens “Saltnpaper” bei YouTube eingestellt. Das Besondere daran: Statt einfach nur Screenshots zu machen, hat er sich die Mühe gemacht, Google Maps mit Schere und Papier nachzubauen. Sehr cool!



ocuiEigentlich wollte ich auch mal auf das ocui aufmerksam machen, ein interessantes Restaurant in München. Die Abkürzung steht für “open cusine” - das bedeutet, dass einem das Essen nicht in irgendeiner Hinterküche zubereitet wird, sondern frisch, vor den Augen, nach individuellen Wünschen. Es gibt hauptsächlich Pizza, Pasta und Asia-Gerichte und das zu - für Münchner Verhältnisse - durchaus günstigen Preisen. Gastro-Reviews zum ocui gibt es bei ganz-muenchen.de und der tz.


Nachdem die GEZ von Adam Riese Rundfunkgebühren kassieren wollte, hat sich extra 3 in folgenden Clip über die Fahndungsmethoden lustig gemacht und fragte “Heute schon GELacht?“.



Wolf SchneiderMitte Mai war ich beim 4. Süddeutschen Journalistentag in München, zu dessen Auftakt sich “Sprachpapst” Wolf Schneider in einem launigen und pointierten Impulsreferat über die schiefe Weltsicht des Nachrichtenjournalismus ausließ. An nachrichtenarmen Tagen würden Medien viel zu oft “den Furz als Wirbelsturm verkaufen”, nur um einen reißerischen Aufmacher zu haben, so Schneider. Seinen kompletten Vortrag gibt es als MP3-Mitschnitt zum Nachhören.


Wer immer schon mal beim Baden Fotos machen wollte, braucht dafür keine sündhaft teure Unterwasserkamera. Eine wasserfeste Kameratasche reicht völlig aus. Währen solche Taschen im Fachhandel schnell 30 Euro oder mehr kosten, habe ich bei Pearl eine Unterwasser-Kameratasche für unter 10 Euro bestellt. Das Wichtigste trotz des geringen Preises: Dank dreifachem Druckverschluss hält sie absolut dicht und hat schon für lustige Bilder aus der Blauen Lagune in Island, dem Wörthsee und der Therme Erding gesorgt.


Kamera im Wasser


Hama Internet TunerIm Juli habe ich mir einen Internetradio-Empfänger gekauft, den ich empfehlen wollte. Nicht dass überall präsente Noxon iRadio mit 90Elf-Branding, sondern den weniger bekannten Internet Tuner von Hama. Bei einer CeBIT-Preview hatte ich das Gerät schon einmal am Hama-Stand gesehen und mir vorführen lassen. Daher wusste ich, dass es, anders als die meisten anderen Internetradio-Empfänger, auch Real-Audio-Streams abspielen kann. Daneben natürlich auch MP3 und WMA. Über das Portal Reciva kann man seine Favoriten-Sender zuammenstellen und eigene Streams hinzufügen. Per WLAN oder Netzwerkkabel greift das Gerät dann online auf die Liste zu und spielt die Sender ab. Auch mittels Fernbedienung lässt sich das Senderangebot durchforsten. Besonders interessant: Auch Podcast kann man mit dem Gerät anhören, ohne sie runterladen zu müssen, ebenso Musik und MP3s von der eigenen Festplatte, sofern diese als UPnP-Server eingerichtet ist. Bei Conrad gibt es den Internet Tuner für rund 90 Euro. Eine lohnende Investition.


Einslive Video G.a.g.a.Zur Bundestagswahl gab es einige Seiten, die individualisierbare Videos angeboten haben, in denen man eigene Namen und Bilder einfügen konnte: In einem Video von Eins Live zum Beispiel konnte ich somit “Horst das Pferd” als Spitzenkandidat der G.a.g.a.-Partei aufstellen. Sowohl die IG Metall als auch Die Branche der Erneuerbare Energien nutzen solche Videos, um gegen Schwarz-Gelb Stimmung zu machen und den einen, entscheiden Wähler anzuprangern. Dass man individualisierbare Videos auch zu angenehmen Zwecken einsetzen kann, zeigt der Playboy: Dort kann man Freunden ein persönliches Bunny-Video erstellen und zusenden.


Im Juni fand ich in der “Wochenende”-Beilage der “Süddeutschen Zeitung” den lesenwerten Artikel Hoffentlich nicht privatversichert, in dem der Autor mit satirischem Unterton darstellt, wie unterschiedlich die gleichen Symptome bei Kassen- und Privatpatienten behandelt werden und manche Ärzte Privatpatienten gerne mehr medizinische Versorgung gönnen als notwendig wäre. Als Kassenpatient sollte man daher froh sein sollte, dass man nicht jede medizinische Neuerung über sich ergehen lassen muss und gar nicht in die Versuchung kommt, sich vom Chefarzt behandeln zu lassen, der im Zweifel kaum klinische Erfahrung hat.


WamS-TrailerIm Oktober war mir aufgefallen, dass sowohl die “Welt am Sonntag” als auch der “Focus” ihre aktuellen Ausgaben mit Trailer-Videos bewerben. Der “Focus” macht das bereits seit 2006. Dort berichtet der Titel-Autor von seinen Recherchen und macht Appetit aufs Lesen seiner Geschichte. Die “Welt am Sonntag” lässt mehrer Autoren zu Wort kommen, teilweise auch in Vor-Ort-Aufnahmen. Einer der WamS-Trailer hat es tatsächlich geschafft, dass ich die Zeitung wegen der dort angekündigten Titelgeschichte gekauft habe, auch wenn die Geschichte in der Zeitung weitaus kleiner und unspektakulärer ausfiel, als es der Trailer vermuten ließ. Aber das ist bei Kino-Trailern ja auch oft so.


Dass man nervende Werbe-Anrufe aus Callcentern erhält, ist inzwischen ja leider lästige Gewohnheit, im Dezember jedoch fand ich auf meinen Anrufbeantworter eine Nachricht von einer Maschine. Ein gewisser Friedrich von Haber, ein Mann mit rheinischer Intonation, der natürlich nicht wirklich so heißt, teilte mir als Bandansage mit, ich hätte ein BMW-Coupé im Wert von 30.000 Euro gewonnen. “Wirklich kein Scherz”. Um den Gewinn zu aktivieren, hätte ich bloß eine teure 0900-Nummer anrufen müssen. Da die Nummer ganz bewusst etwas verschleiert als “09 005…” angesagt wurde, hätte man dahinter auch eine Nummer irgendwo im Fränkischen Raum vermuten können. In Wirklichkeit steckt ein Abzock-Unternehmen aus der Schweiz hinter diesen Spam-Anrufen.

So klang der Anruf von Friedrich von Haber:
Weitere Infos zu den Telefon-Gaunern bei telefon-abzocke.de, tc30.de und team-ulm.de.


Vanillekipferl-BackblechEin schöne Innovation für alle, die in der Vorweihnachtszeit backen wollen, aber eigentlich keine Zeit dafür haben, hat Fackelmann parat: Ein Vanillekipferl-Backblech. Statt den Teig auszurollen und in Form zu bringen, muss man ihn lediglich in die Vertiefungen hineinstreichen und nach 12 Minuten hat man 42 Vanillekipferl auf einen Streich. Wenn man dann - wie ich es getan habe - auch noch Fertigteig verwendet, wird Backen selbst für Faule zum leckeren Spaß.


Damit sind die liegengebliebenen Themen von 2009 abgearbeitet!

post Was 2009 war und was 2010 kommen könnte


Nur noch ein paar Stunden, dann ist das Jahr 2009 zu Ende. Während Kerner, Jauch und Gottschalk ihre Jahresrückblicke alle schon weit vor Weihnachten abgefeuert haben, kommt der genialste Jahresrückblick in diesem Jahr aus einer Kölner WG-Küche.


Auf die Melodie von Michael Jacksons “Man in the Mirror” besingen Malte Fuhrer und Jan-Philipp Scherz die Ereignisse des Jahres: Schweinegrippe, Regierungswechsel, Glühbirnenverbot, Insolvenzen und immer wieder Michael Jackson:
Doch der Tag, der uns am meisten berührte, kam im Sommer irgendwann / Am Donnerstag / Das war der Tag, an dem Michael Jackson starb.
Was eigentlich nur ein Gag für Freunde und Bekannte werden sollte, hat sich zum YouTube-Hit entwickelt und verzeichnete in knapp zwei Wochen über 100.000 Abrufe. Mehr über die Macher und die Produktion bei DerWesten.de.



Sehr empfehlenswert ist auch der Satirische Jahresrückblick des ZDF. Ob Sparjahr, SPD- oder Finanzkrise - Werner Doyé und Andreas Wiemers, die Macher der Satire-Rubrik Toll! bei Frontal 21 blicken bissig-satirisch auf das Jahr 2009 zurück. Auch Enthüllungen über die Köhler-Maschinen und den Politiker-Kindergarten gibt es in der halbstündigen Sendung, die auch in der ZDFmediathek abrufbar ist.


Daneben gibt es in diesem Jahr eine Inflation der satirischen Ausblicke auf das Jahr 2010:


Das Medienmagzin V.i.S.d.P. sieht Johannes B. Kerners letzte Chance auf Erfolg als Sidekick von Mario Barth und die “taz” saniert sich mit einer interaktiven Kai-Diekmann-App fürs iPhone. Und Olaf Kolbrück spekuliert über die neue Währung Facebucks und ein Offline-Jahr für Sascha Lobo.


Richard Gutjahr sagt voraus, dass Karl-Theodor zu Guttenberg Bundeskanzler wird, Gerhard Schröder in die Politik zurückkehrt, eine Eichhörnchen-Pest ausbricht und das Münchner Oktoberfest aus Sicherheitsgründen überdacht wird. Und Marko Schlichting befasst sich in seinem Medienpodcast mit Fußballwetten und dem Einmarsch Luxemburgs auf den Faröer Inseln.


Guten Rutsch!

post Merry Christmash


Im Radio laufen schon den ganzen Tag die üblichen Weihnachtshits: Last Christmas, All I want for Christmas is you, Driving Home for Christmas, Do they know it’s Christmas oder Santa Claus is coming to Town.


Wer sich trotz weihnachtlicher Traditionen bei der Festtagsbeschallung Abwechslung wünscht und auch nicht dauerhaft auf die Aufnahmen des [Beliebige Stadt bitte hier einsetzen]-er Kinder- bzw. Knabenchors zurückgreifen will, dem empfehle ich die Weihnachtssampler “A very Bootie Christmas“: Darauf finden sich über 30 weihnachtliche Mashups, also Weihnachtssongs gemixt mit anderen Titeln, Beats, Melodien oder Samples.


Bootie X-mas


In “High Tides And Blocked Peace Pipes” von Go Home Productions zum Beispiel trifft Blondie auf Paul McCartney und J-Lo. DJ Dan Phillips macht aus “People are People” von Depeche Mode den Weihnachts-Mashup “Jingles Are Jingles”.


Ungewohnt, aber schön ist der Song “Santa Claus Is Coming To Alabama” in der Sängerin Jacqui Naylor in einem akustischen Mashup “Santa Claus is Coming to Town” mit Lynyrd Skynyrd’s “Sweet Home Alabama” vermischt.


Auch “Christmas Time is here again” von den Beatles wurde in den Mixer geworfen und mit Bostons “More Than A Feeling” zu “Christmas in Boston”. Und DJ BC hat aus “Imagine” von John Lennon und der Jackson5-Version von “Santa Claus Is Coming To Town” den Weihnahts-Mashup “Imagine Santa” gemacht.


Härtere Klänge gibt es bei dem Song “It’s The Little Things” - einem Mix aus dem “Christmas Canon” des Trans-Siberian-Orchesters und “All The Small Things” von der Punk-Rock-Band Blink-182.


Alle Mixe gibt es - wie für Mashups üblich - zum kostenlosen Download bei bootieusa.com/xmas.


Und doch noch einmal zu Last Christmas, dem Weihnachtspop-Klassiker von Wham: Der sollte ursprünglich “Last Easter” heißten und musste sich im Jahr seiner Veröffentlichung dem Weihnachtssong “Do they know it’s Christmas Time” von Band Aid geschlagen geben, schafft es aber seit 1997 jedes Jahr aufs Neue in die Charts. Insgesamt 25 Fakten über Last Christmas hat Dirk von Gehlen bei jetzt.de zusammengetragen.


Die Website last-christmas.com listet alle Versionen des auf - momentan sind es 434. Eine davon ist die “Literal Version”. Statt des eigentlichen Liedtextes singt ein Sänger eine bissige 1:1-Beschreibung dessen, was im Original-Video zu sehen ist. Und das ist oft erschreckend banal.



Zu guter letzt noch ein Weihnachtslied, mit dem sich die lieben Verwandten vergraulen lassen, wenn sie einfach nicht gehen wollen: “Christmas is Creepy” von Fred Figglehorn, einem fiktiven, sechsjährigen, hyperaktiven Jungen mit Chipmunk-Stimme. Wird leider viel zu schnell zum Ohrwurm.



Und damit: Frohe Weihnachten!!!

post Hilfe, Conrad verfolgt mich durchs Internet!


Bei Conrad.de, nach eigenen Angaben Europas führender Versender für Elektronik und Technik, habe ich kürzlich nach einem Scart-Verteiler gesucht, also ein Gerät, mit dem sich mehrere Videoquellen wie DVD-Player, Festplattenrekorder und Set-Top-Box bei nur einem Scart-Anschluss je nach Bedarf auf den Fernseher schalten lassen.


Soweit, so gut. Seitdem erinnert mich Conrad.de auch außerhalb der eigenen Seite regelmäßig an diese Suchanfrage, auch an Stellen, wo ich es nicht vermutet hätte. Sei es bei Bild.de…


Conrad-Werbung bild.de


… oder bei sueddeutsche.de…
Conrad-Werbung sueddeutsche.de


… oder in einem Forum zum Thema Abzockanrufe:
Conrad-Werbung Team Ulm


Aus Marketingsicht durchaus clever, potentielle Kunden auch außerhalb der eigenen Seite an ihre Suchanfragen zu erinnern, ein bisschen unheimlich ist das aber schon, wenn auch nicht völlig unerklärlich:


Conrad.de hat sich schlicht mit gleich drei Cookies im Browser eingenistet, eins davon ist bis zum 14. Dezember 2019 (!) gültig. Ganz schön dreist! Ich bin gespannt, ob ich jetzt wohl die nächsten zehn Jahre auf allen Werbeflächen, die Conrad.de belegt, den Hinweis bekomme, dass ich doch noch einen Scart-Verteiler kaufen wollte.


Ach ja, Conrad: Ich habe inzwischen tatsächlich einen Scart-Verteiler gekauft. Allerdings bei Saturn. Offline. Bar bezahlt. Ohne Spuren zu hinterlassen.

post Nokia Night of the Proms 2009 in München


Night of the PromsKlassik trifft Pop - das ist das Motto der Nokia Night of the Proms, die es seit 1985 im belgischen Antwerpen gibt und die seit 15 Jahren in der Vorweihnachtszeit auch durch Deutschland tourt. Das Rezept: Ein großes Orchester samt Chor und dazu Pop-Acts, die vor allem in den 80ern ihre große Zeit hatten.


Am vergangenen Wochenende machte der NOTP-Zirkus für vier Shows in der Münchner Olympiahalle Station. Relativ kurzfristig hatte ich mir eines der Rest-Ticket für den Samstagabend besorgt - in erster Linie wegen der Pop-Acts, allen voran Roxette und Christina Stürmer.


Los ging es jedoch recht klassisch: BR-Moderator Markus Othmer, der durch den Abend führte und die Zuschauer immer wieder mit “Liebe Festgäste” ansprach, kündigte an, dass der Abend einen Heidenspaß bringen werde, um ganz geschickt zu einem Werk von Joseph Haydn überzuleiten. Es folgte ein erster Auftritt der ungarischen Gitarrenvirtuosen Katona Twins und ein Rosenwalzer fürs Publikum - ein Programmpunkt, der, wie ich im Konzertbericht der Abendzeitung lesen konnte, offenbar seit Jahren zum Pflichtprogramm der NOTP gehört.


Mit meiner Kompaktkamera hab eich ein paar Eindrücke festgehalten, darunter auch die Auftritte von Heaven17, Alan Parsons und John Miles.



Heimlicher Star des Abend war für mich Christina Stürmer, die als Special Guest angekündigt war. Mit 27 Jahren ist sie das Küken im NOTP-Nest und kaum älter als die Hits mancher Musiker-Kollegen, mit denen sie dort auf der Bühne steht.


Im Mai dieses Jahres habe ich Christina Stürmer schon einmal bei einem Solo-Konzert in München mit Band live erlebt, doch begleitet von einem großen Orchester gewinnt ihre Musik noch einmal eine ganz neue Qualität, egal ob ihre Hymne “Mama Ana Ahabak”, ihre Power-Single “Ich lebe” oder ihre Ballade “Engel fliegen einsam”.



Highlight des Abends war jedoch eindeutig das Comeback von Roxette. Bereits 2002 waren Roxette als Headliner der Night of the Proms angekündigt, mussten wegen eines Gehirmtumors von Sängerin Marie Fredriksson aber kurzfristig absagen. Danach wurde es - auch aufgrund der Behandlung und der Genesung - ruhig um Roxette. Erst 2006 gingen sie wieder ins Studio, um anlässlich des 20-Jährigen Jubiläums von Roxette neue Songs aufzunehmen. Im Herbst 2006 traten sie bei der 50-Jahr-Feier der Bravo erstmals wider zusammen auf. Zudem widmeten sich Marie Fredriksson und Per Gessle währenddessen Solo-Projekten. Im Mai 209 schließlich kündigten Roxette ihr Comeback zur Night of the Proms an.


Der erste Teil des Auftritts von Roxette wurde mit klassisch schwedischen Klängen der Mittsommernacht von Hugo Alfvén eingeleitet und mündete in die Ballade “Wish I could fly”. Auf den ersten Blick scheint Marie Fredriksson von der schweren Krankheit deutlich gezeichnet, ihre Stimme ist etwas dünn und sie wirkt zerbrechlich. Gestärkt wird dieser Eindruck, den auch andere beobachtet haben, davon, dass sie den ersten Song komplett im Sitzen singt. Beim zweiten Auftritt ist davon kaum noch etwas zu spüren: Wenn Marie & Per mit voller Kraft Power-Songs wie “The Look” oder “Joyride” spielen, vergisst man glatt, dass sie solange von der Bühne weg waren. Emotionaler Höhepunkt des Auftritts war für mich als die ganze Halle “Listen to your Heart” gesungen hat (im Video ab 1:06).



Da sie nur fünf Songs spielen mussten, war die NOTP für Roxette ein Testlauf, ob sie die Massen immer noch begeistern können. Mein Urteil: Ganz klar ja! Ich fände es schön, wenn es bei dieser Konzertreihe nicht bleibt und Roxette auch darüberhinaus wieder live spielen.


Ob ich auch 2010 wieder zur Night of the Proms gehe, weiß ich noch nicht. Das wird nicht zuletzt stark von den Pop-Acts abhängen, die auftreten. Roxette zu toppen, dürfte jedenfalls nicht leicht werden.


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